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Azubis sind sehr motiviert

Der bundesbeste Papiertechnologe 2014 ist bei der WEIG-Gruppe in Mayen ausgebildet worden. Und noch drei weitere WEIG-Azubis schlossen 2014 ihre Ausbildung mit besonders guten Noten ab. Ihre hohe Motivation und die intensive Betreuung durch das Unternehmen trugen zum Erfolg bei.

VM

Über sehr gute Abschlüsse ihrer Auszubildenden freut sich die WEIG-Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Mayen immer wieder. Mindestens einen der insgesamt rund 50 Azubis in verschiedenen kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen zeichnet die IHK Koblenz jährlich mit einer Urkunde für besonders gute Leistungen aus. Im Jahr 2014 waren es gleich drei, der Papiertechnologe Tobias Stein und die beiden Industriekaufleute Felix Theusch und Jan Lenartz. Damit nicht genug: Der bundesweit beste Papiertechnologe kam im Jahr 2014 auch von WEIG. Tim Hoffmann erzielte am Berufskolleg Fachrichtung Papiertechnik in Gernsbach einen Notendurchschnitt von 1,1. Dazu erlangte er noch die Fachhochschulreife, mit einem Schnitt von 1,3.

Bildung hat hohen Stellenwert
„Aus- und Weiterbildung haben bei WEIG einen hohen Stellenwert“, erklärt Hildegard Gross, Leiterin Personalentwicklung. Das Unternehmen vergibt Praktikums- und Ausbildungsplätze, bietet seinen Mitarbeitern umfangreiche fachliche Weiterbildung ebenso wie Sprachkurse und schult die Führungskräfte. WEIG ist der größte Arbeitgeber in der Region, der „die Möglichkeiten eines internationalen Unternehmens bietet und als Familienbetrieb gleichzeitig viel Wert auf langfristige Mitarbeiterbindung legt“, hebt Hildegard Gross hervor.

Während ihrer Ausbildung durchlaufen die Azubis alle Abteilungen im Haus. Das dabei gewonnene Wissen habe ihm das Lernen in der Berufsschule sehr erleichtert, meint der bundesbeste Papiertechnologe Tim Hoffmann.

Er hatte schon als Schüler Praktika im Unternehmen gemacht, bei der Ausbildung habe er dann „von Anfang an probiert, sehr gut zu lernen“, wie er sagt. Und, für einen technischen Beruf von Vorteil: Schon in der Schule hatte er in Mathematik besondere Stärken.

Fragen, fragen, fragen …
Alle Auszubildenden erhalten einmal wöchentlich einen Werksunterricht, außerdem nehmen sie an den Prüfungs-Vorbereitungskursen der IHK teil. Zwei Ausbilder begleiten bei WEIG die Auszubildenden, Patrick Kohns die gewerblich-technischen Azubis und Susanne Vorbeck die kaufmännischen. Die Ausbilder stehen im Kontakt mit den Berufsschulen und legen Wert darauf, dass im Betrieb alles vermittelt wird, was im Ausbildungsplan gefordert ist. Kohns hat sein Büro im Werk, wo es einen Raum gibt, in dem die Auszubildenden lernen und sich austauschen können. Der Elektromeister und technische Betriebswirt Kohns lobt, kritisiert oder spricht auch mal über private Dinge. Vor allem ermutigt er die Auszubildenden, von Anfang an selbstständig und aktiv zu sein, Fragen zu stellen und sich etwas erklären zu lassen. Und so betonen die erfolgreichen Prüflinge des vergangenen Jahres auch die Rolle von Kollegen, die ihnen während der Ausbildung manches erklären konnten. Tim Hoffmann erwähnt, besonders am Anfang habe er seinen Bruder manchmal um Rat gefragt, der schon als Papiertechnologe im Unternehmen arbeitete, „sonst könnte ich mir wahrscheinlich bis heute nicht die Hohlwelle eines Scheibenfilters vorstellen“. Gesteigert habe er sich während seiner Ausbildung im Fach Deutsch, das früher nicht zu seinen besonderen Stärken gehört habe.

WEIG unterstützt seine Auszubildenden auch dabei sich Kompetenzen – über das rein fachliche Wissen hinaus – anzueignen. So etwa durch das Projekt ZeiLe (Abkürzung von „Zeitung lesen macht Azubis fit“). Dabei zahlt WEIG für Auszubildende ein Jahr lang ein Abonnement der Rhein-Zeitung, die diese täglich lesen. Bei regelmäßigen Tests werden Inhalte abgefragt. Wer am Projekt teilnimmt, sei wesentlich besser informiert, bestätigten Rückmeldungen aus der Berufsschule. Die WEIG-Azubis betätigen sich zudem selber als Journalisten, sie produzieren ein Mitarbeitermagazin, für das sie Artikel schreiben und Interviews führen.

Interesse und Motivation
Was trug noch zum Erfolg der Azubis bei? „Interesse für den Beruf ist ganz wichtig, wenn das da ist, schafft man fast alles“, ist Tobias Stein überzeugt. Für ihn ist es die zweite Ausbildung bei WEIG, er lernte zuerst Industriekaufmann, kam währenddessen auch sechs Wochen in die Produktion und ins Labor. Der Herstellungsprozess, vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt, weckte so sehr sein Interesse, dass er noch die Ausbildung zum Papiertechnologen anschloss. Man müsse vor allem motiviert sein, findet Industriekaufmann Felix Theusch, der zurzeit ein duales Studium bei WEIG absolviert. Der Meinung ist auch Ausbilder Kohns, der außerdem rät: „Man soll sich nicht zu sehr unter Druck setzen, sonst verliert man den Spaß an der Sache“. Und wer von den WEIG-Azubis über den Beruf hinaus gemeinsam mit Kollegen Spaß haben möchte, kann in der werkseigenen Fußballmannschaft mitspielen, die schon mehrere Pokale gewonnen hat.