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Auf aktuellem Stand

Wie werden Beschäftigte für die Arbeit an der Papiermaschine 4.0 am besten qualifiziert? Wie kann geeigneter Nachwuchs gewonnen werden? Was tut sich am Schulzentrum Papiertechnik? Diese und weitere Themen standen auf der Tagesordnung des diesjährigen Ausbildertreffens im Papierzentrum.

Veronika Gareus-Kugel

Jährlich im Herbst laden Schule und Papierzentrum Gernsbach Ausbilderinnen und Ausbilder für Papiertechnologen sowie Maschinen- und Anlagenführer aus ganz Deutschland und der Schweiz ein. 80 von ihnen nahmen in diesem Jahr wieder die Gelegenheit wahr, sich untereinander und mit den Lehrerinnen und Lehrern am Schulzentrum Papiertechnik auszutauschen und über neue Entwicklungen und Angebote in der Ausbildung zu informieren.

Konkurrenzfähigkeit der
Papierindustrie gewährleisten

In ihren Vorträgen sprachen Verantwortliche des Papierzentrums und der Schule aktuelle Themen wie die Gewinnung zukünftiger Fachkräfte und Herausforderungen durch die zunehmende Digitalisierung in der Papierproduktion an. „Das Papierzentrum fährt unter Volllast“, legte Stephan Meißner, Hauptgeschäftsführer des Papierzentrums, im Rahmen seiner Begrüßung dar. Die Ausbildungszahlen seien stabil, ebenso wie die Anzahl der Studierenden an den Hochschulen für Papieringenieurwesen in München, Darmstadt und Dresden. Die derzeit noch komfortable Ausbildungssituation dürfe jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den nächsten Monaten und Jahren verstärkt Anstrengungen zu unternehmen seien, um junge Menschen für eine Ausbildung in der Papierindustrie zu begeistern. Außerdem erinnerte Meißner die Ausbilderinnen und Ausbilder an die Weiterbildungsmöglichkeiten, die das Papierzentrum bereithält um die Konkurrenzfähigkeit der Papierindustrie zu gewährleisten.

Digitalisierung erfordert
entsprechende Schulung

Der neue Direktor des Schulzentrums Papiertechnik, Matthias Walter, ging auf die Schülerzahlen an der Schule ein. Im Moment könne die Berufsschule für Papiertechnologen mit einer fast hundertprozentigen Unterrichtsversorgung aufwarten. Allerdings würden in den nächsten drei Jahren acht Lehrkräfte aus dem Schuldienst ausscheiden, die ersetzt werden müssten. Walter betonte weiter, dass auch in der Papierindustrie die Digitalisierung im vollen Gange sei. Für die daraus notwendigen technischen Anforderungen müssten Auszubildende und Meister geschult werden. Als Ziele für die Zukunft nannte er unter anderem eine Teilnovellierung der Ausbildungsordnung, eine Weiterentwicklung der Schularten, die Einrichtung einer virtuellen Papierfabrik, Veränderungen von Abteilungsstrukturen, Erstellung eines Qualitätskonzepts und die Evaluierung der Bildungsgänge. „Wir brauchen die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe, um die jungen Menschen gut auszubilden und sie später nicht zu verlieren“, so der Schulleiter. Um die Unterstützung der Ausbildungsbetriebe warb auch Internatsleiterin Ute Prechl. Für die jungen Menschen bedeute der Internatsbesuch zunächst eine ganz andere Lebenswelt. „Wir erleben sie außerhalb der Schulzeit, lernen ihre Stärken und Schwächen kennen und haben so eine Rund-Um-Sicht“, so Prechl. „Wir können damit aktiv die Herausbildung von Persönlichkeiten begleiten.“ Damit unterstrich sie den Nutzen einer engen Verzahnung von betrieblicher und schulischer Ausbildung.

Im weiteren Verlauf hatten die Ausbilder noch die Gelegenheit zu Gesprächen mit Lehrerinnen und Lehrern der Schule, außerdem konnten sie sich über das neue CAPS-Programm informieren. Am zweiten Tag setzte man sich mit den Themen Nachwuchsgewinnung, Anforderungen an Mitarbeiter an der Papiermaschine 4.0 sowie mit dem aktuellen Angebot der Bildungsakademie Papier (BIP) auseinander. Weiter gab es einen Gedankenaustausch von Ausbildern aus den Arbeitskreisen der Vereinigung der Arbeitgeberverbände der papiererzeugenden Industrie (VAP) mit den Vorstandsmitgliedern des Fördervereins Papierzentrum (FÖP) Ulrich Wienbeuker, Martin Krengel und Hans-Henning Junk. Genügend Raum blieb darüber hinaus wieder für den Erfahrungsaustausch untereinander.


Viel Erfahrung als Schulleiter

Matthias Walter, Direktor des Schulzentrums Papiertechnik und Nachfolger von
Jürgen Gerstner, der zum Schuljahresende in den Ruhestand ging, fungiert schon lange als Schulleiter. Er studierte Maschinenbau und Physik. Nach einer Zeit beim Oberschulamt übernahm er im Jahr 2005 die Schulleitung an der Carl-Engler-Schule, die mit rund 1300 Schülern im Bereich der Naturwissenschaften zu den großen Berufsschulen im Regierungspräsidium Karlsruhe zählt. Außerdem ist er Vorsitzender der Direktorenvereinigung Baden-Württemberg für Berufsschulen und gehört dem Ausschuss für Berufsbildung bei der Landesregierung an. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Steigerung der Attraktivität der Dualen Ausbildung.