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Attraktive Bildungsangebote

Die Zahlen der Auszubildenden, Meister und BA-Studenten in Gernsbach haben sich trotz der Abnahme der Mitarbeiterzahl in der Papierindustrie erfreulich stabil entwickelt.

Stephan Meißner

Die Papierindustrie in Deutschland und der Schweiz glaubt an ihre Zukunft. Nicht anders lassen sich die im Papierzentrum Gernsbach vorliegenden Zahlen erklären:

Ähnliches gilt für die Weiterbildung. Die Entwicklung der letzten Jahre lässt sich auch an den Übernachtungszahlen nachvollziehen, wo trotz der schwierigen Jahre eine langfristig stabile Entwicklung erkennbar ist.

Diese erfreuliche Bilanz lässt sich nur mit den zahlreichen Neuentwicklungen seit 2001 erklären. Sie dienten dazu, auf die Nachfrage der Firmen mit einem möglichst passgenauen Angebot zu reagieren. Gleichzeitig wurden die verfügbaren Ressourcen bei den Nachwuchskräften durch attraktive Neuangebote verbreitert.

Die Neuentwicklungen im Einzelnen:

2001: Berufskollegiat / Fachhochschulreife

Die Berufskollegiaten erwerben parallel zur Lehre die Fachhochschulreife, mit welcher sie in der Regel zur Fachhochschule München durchsteigen.

2002: Berufsakademie Papiertechnik

Der in Kooperation mit der Berufsakademie Karlsruhe eingerichtete Studiengang Papiertechnik hat sich fest etabliert. Weiterhin läuft die hervorragende Unterstützung durch den Lehrstuhl Papiertechnik der technischen Universität Darmstadt.

2003: Gemeinsames Bildungsprogramm

Auf dem Gebiet der Weiterbildung liegt im deutschsprachigen Bereich eine gemeinsame Ausgabe der Bildungseinrichtungen in Altenburg, Gernsbach, der PTS in München und des ABZ in Steyrermühl vor.

2005: Papiertechnologe

Nicht nur der Name vom Papiermacher zum Papiertechnologen hat sich geändert, sondern auch der Ausbildungsinhalt. Er wurde mehr in Richtung Mess- und Regeltechnik, EDV und Instandhaltung gestaltet. Bei der jetzt laufenden Evaluation zeichnet sich ab, dass diese Ausbildungsinhalte noch verstärkt Bestandteil werden.

2006: Anlagen- und Maschinenführer

Bei der Ausbildung zum Anlagen- und Maschinenführer im zweijährigen Ausbildungsgang besteht die Chance, danach in einem zusätzlichen Ausbildungsschritt die Qualifikation des Verpackungsmittelmechanikers zu erreichen.

2007: Teilzeit-Meister

Neben dem nach wir vor laufenden Vollzeit-Meister mit der Dauer von einem Jahr wird auch der zweijährige Teilzeit-Meister gut nachgefragt.

2008: BA Vertiefungsrichtung Verarbeitung

Nicht nur für reine Verarbeitungsfirmen, sondern auch für Papier erzeugende Firmen mit Verarbeitungsabteilungen ist diese neue Vertiefungsrichtung geschaffen worden.

2009: Distance Learning

Es handelt sich um einen internetgestützten Fernlehrgang zum Abschluss Papiertechnologe. Er richtet sich an Mitarbeiter, welche schon einige Jahre ohne oder mit fachfremdem Abschluss im Betrieb beschäftigt sind.

Mit diesen Instrumenten haben die Papierindustrie und die staatlichen Stellen – gerade auch die Schule in Gernsbach – wesentliche Vorarbeit geleistet, um auf den demographiebedingten Rückgang der Fachkräfte in der Papierindustrie mit neuen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten reagieren zu können.