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An neue Anforderungen angepasst

Der Duale Studiengang Papiertechnik führt in drei Jahren Unterricht an der Hochschule und Praxisphasen in den Betrieben zum Ingenieurabschluss. Die Lehrinhalte werden regelmäßig an die technische Entwicklung und die Praxisbedürfnisse angepasst. Nach einer Überprüfung im vergangenen Jahr gibt es nun wichtige Änderungen.

Prof. Dr. Volker HöntschDuale Hochschule Baden-Württemberg

Aktualisierungen der Studieninhalte im dualen Studiengang Papiertechnik finden im Rahmen der bestätigten Curricula jährlich statt. In größeren Abständen erfolgen Reakkreditierungen der Studiengänge als eine Maßnahme
des Qualitätsmanagements der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Dabei stehen die Grundkonzepte hinsichtlich Stand der Technik und Praxisrelevanz auf dem Prüfstand.

Vertiefungsrichtungen werden zu Studienrichtungen

Als Ergebnis dieser 2016/2017 durchgeführten Überprüfungen, die auf den Ergebnissen der Lehr- und Prüfungsevaluationen sowie den Reaktionen der Ausbildungsbetriebe und der Marktentwicklung fußen, entstanden wichtige Änderungen im Studiengang Papiertechnik.

So wurden die bisherigen Vertiefungsrichtungen Papiererzeugung und Verpackungsherstellung zu Studienrichtungen weiterentwickelt. Diese Weiterentwicklung beinhaltet unter anderem, dass neben 17 Kernmodulen, die für
alle Studierenden der Papiertechnik
verbindlich sind, für die Studienrichtungen nunmehr jeweils 13 Profilmodule (statt bisher fünf Profilmodule in den Vertiefungen) zur Verfügung stehen.

Erweitertem Produktspektrum in der Erzeugung Rechnung getragen

Mit diesen Veränderungen wurde zum einen der technisch-technologischen Entwicklung und dem erweiterten Produktspektrum in der Papiererzeugung Rechnung getragen, zum anderen den Bedürfnissen der Verpackungsindustrie nach vielseitig einsetzbaren Absolventen entsprochen.

Nach wie vor liegt der Fokus in der Studienrichtung Verpackungsherstellung auf der Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Stärker berücksichtigt wurde die Vielfalt von Packstoffen, Verpackungen und Verpackungsprozessen, was auch zur quantitativen Erweiterung auf 13 Module führte.

Für Digitalisierung gerüstet

In der Studienrichtung Papiererzeugung konnte die wissenschaftliche Basis zu verfahrenstechnischen Grundlagen verstärkt und der Praxisbezug vertieft werden. Weiterhin wird die Prozesskette zur Erzeugung von Papier, Pappe und Karton in speziellen Modulen abgebildet, so dass ebenfalls 13 fachspezifische Module zur Verfügung stehen.

Eine Fokussierung auf Anforderungen aus der Digitalisierung (Industrie 4.0) und die Betrachtung komplexer Managementprozesse rundet das Studium für beide Studienrichtungen ebenso ab wie ein differenziertes Eingehen auf automatisierungstechnische Aufgabenstellungen.

Tutorien und Online-Programme

Die Weiterentwicklung zu Studienrichtungen hat zur Folge, dass die Kernmodule (Grundlagenmodule) weitgehend im ersten Studienjahr vermittelt werden können. Diese Konzentration ermöglicht es unter anderem, mit entsprechenden Tutorien und Online-Programmen die differenzierten Vorkenntnisse der Studierenden in mathematisch-naturwissenschaftlichen Disziplinen auf das erforderliche Niveau zu führen.

Bewährte Module, zum Beispiel zu erforderlichen Kompetenzentwicklungen in überfachlichen Bereichen, erfuhren eine Modernisierung und werden nunmehr in Kompaktform angeboten. Erfahrene Dozenten aus der betrieblichen Praxis für die Lehre einzusetzen, bleibt weiterhin ein wichtiger Baustein für den Erfolg des Studiums wie auch die enge Zusammenarbeit mit den anderen Hochschulinstituten und Forschungseinrichtungen der Papierbranche im In- und Ausland.

Absolventen mit exzellenter
Berufsfähigkeit

Mit dem Abschluss des Studiums in
den Studienrichtungen Papiererzeugung und Verpackungsherstellung (210 ECTS-Punkte) verfügen die Absolventen über eine exzellente Berufsfähigkeit.
Einen entscheidenden Beitrag leistet dabei auch die noch enger gestaltete Verzahnung mit den Unternehmen, in denen die praktischen Studieninhalte über Projekt-, Studien- und Bachelorarbeiten vermittelt werden.

Späteres Masterstudium möglich

Nach Beendigung des Bachelorstudiums eröffnen sich Möglichkeiten für die Absolventen, in berufsintegrierenden Masterstudiengängen an der DHBW oder Direktstudien an anderen Instituten das bisher erworbene Wissen und Können betriebsspezifisch zu vertiefen. Exemplarisch bietet sich hierfür der Masterstudiengang Biofasertechnik der DHBW an, in dem bei Fortsetzung der beruflichen Tätigkeit Kenntnisse zu innovativen Faserstoffprodukten und deren Herstellungsprozessen ebenso erworben werden können wie zu Fragen des Energie- und Umweltmanagements oder zu betriebswirtschaftlichen Aufgabenstellungen.

Die Forschungsaktivitäten der DHBW, insbesondere im Bereich Papiertechnik, bieten auch die Chance einer Promotion in Kooperation mit in- und ausländischen Hochschulinstituten. Zurzeit forschen zwei Doktoranden in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Oulu (Finnland) auf dem Gebiet der Modifizierung von Faserstoffen und deren Entwicklung zu innovativen Werkstoffen.

Seit 2005 über 200 Absolventen

Mit bisher über 200 erfolgreich in der betrieblichen Praxis tätigen Absolventinnen und Absolventen seit 2005 hat sich das Papiertechnik-Studium an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg ausgezeichnet in der Hochschullandschaft etabliert. Durch die Weiterentwicklungen, die mit dem Immatrikulationsjahrgang 2017 verbindlich umgesetzt werden, sind die Weichen für die Zukunft des Papieringenieur-Berufes und die innovative Entwicklung der Branche nachhaltig gestellt.


Das Studium beinhaltet viel Praxis. Nicht nur während der Phasen im Betrieb, sondern auch während der Lehrphasen.