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Weniger ist mehr: FlowJec schont Ressourcen

Bei Smurfit Kappa Zülpich Papier ist seit fast fünf Jahren das Dosiersystem FlowJec von Voith im Einsatz. Messungen bestätigen die Leistungsfähigkeit des Systems. Nachgewiesen wurde, dass die Zahl der Abrisse um durchschnittlich 3,5 pro Woche zurückgeht und auch, dass pro Jahr 11.000 m3 Frischwasser weniger verbraucht werden als zuvor. Der Retentionsmitteleinsatz verringert sich deutlich – allein dadurch amortisierte sich die Investition bei Smurfit Kappa innerhalb eines Jahres.

Voith hat mit FlowJec als erster Anbieter ein innovatives Dosiersystem für Prozesschemikalien und Additive auf den Markt gebracht, mit dem aufgrund einer variablen Dosierung die punktgenaue und homogene Einmischung von Chemikalien und Additiven möglich ist. Während bei herkömmlichen Technologien eine zu hohe Konzentration an der Dosierstelle auftritt, bringt das FlowJec Dosiersystem genau die richtige Chemikalienmenge an der richtigen Stelle in den Prozessstrom. Was so selbstverständlich klingt, ist das Ergebnis intensiver Entwicklungsarbeit.

Exakte Dosierung und homogene Einmischung
FlowJec kann im Dünnstoff- wie auch im Dickstoffbereich des Konstanten Teils eingesetzt werden und – ein entscheidender Vorteil – gezielt an den optimalen Stellen installiert werden. Möglich ist es, mehrere Chemikalien und Additive gleichzeitig an einer Stelle in die Stoffleitung zu dosieren. FlowJec wird je nach Anforderung mit einer und bis zu sechs Dosierdüsen, den AddJectoren, geliefert. Über sie können alle notwendigen Chemikalien und Additive in den Prozessstrom eingegeben werden.
Eine homogene Einmischung erreicht man, indem die Zusatzstoffe nicht direkt in den Prozessstrom eingeleitet werden, sondern in einem ersten Schritt mit dem Prozessmedium vermischt werden. Dies geschieht in den AddJectoren, dem Herzstück des FlowJec. Es wird kein Frischwasser verwendet, sondern Prozessmedien wie etwa die Stoffsuspension selbst, Siebwasser, Filtrat oder Flotat. Auf eine Nachverdünnung mit Frischwasser, zum Beispiel bei der Dosierung von Retentionsmitteln, kann komplett verzichtet werden.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Der Verbrauch an Chemikalien, Additiven und Frischwasser wird gesenkt. In der Folge geht auch der Energieverbrauch der Papiermaschine zurück, da weniger Frischwasser erwärmt werden muss. Ein weiterer Effekt der homogenen Einmischung ist die messbare Verbesserung der Papierqualität, eine optimale Flockung und höhere Runability der Papiermaschine.

FlowJec im Praxiseinsatz bei Smurfit Kappa
In Zülpich produziert das Unternehmen auf seiner zweilagigen Verpackungspapiermaschine PM 6 Liner- und Wellenstoff. Hier wurde vor fast drei Jahren das erste FlowJec Dosiersystem eingebaut.
Jochem Meier, Produktionsleiter bei Smurfit Kappa, berichtet aus der Praxis: „Das FlowJec Dosiersystem an der PM 6 wurde so konzipiert, dass sowohl die Stoffsuspension als auch das Siebwasser als Injektionsmedium eingesetzt werden können. Mit beiden Medien erzielen wir bei den Retentionsmitteln eine Einsparung über das gesamte Sortenspektrum von zehn Prozent. Ein wei‧terer großer Vorteil ist, dass mit dem FlowJec System die Dosierkonzentration des Retentionspolymers von 0,35 auf 0,8 Prozent erhöht werden kann. Allein dadurch können wir pro Stunde 1.500 Liter Frischwasser einsparen.“

Wesentlicher Pluspunkt für die Instandhaltung
FlowJec ist das einzige Dosiersystem, dessen Dosierdüsen über ein automatisches Reinigungssystem verfügen. Dadurch verringert sich der Wartungsaufwand erheblich und infolgedessen steigt die Prozessverfügbarkeit. FlowJec ist vollständig in das Prozessleitsystem der Papiermaschine eingebunden.
Mittlerweile ist FlowJec auch bei anderen Papierherstellern im Einsatz und bei Voith Paper ist an der Entwicklung einer kleineren Variante des FlowJec für Papiermaschinen mit einer Jahresproduktion von 50.000 t – 250.000 t gearbeitet worden.■