Fachartikel

Wartungsarme Schlauchpumpen

Für anspruchsvolle Förderaufgaben setzt die Papierfabrik
Schoellershammer zunehmend auf Schlauchpumpen. Gegenüber
anderen Verdrängerpumpen wie Kolben- oder Membranpumpen bieten sie einige Vorteile.

Die Schlauchpumpen überzeugen neben hoher Leistungs-
fähigkeit und einfacher Bedienung vor allem durch lange Wartungsintervalle, einen minimalen Wartungsaufwand und dementsprechend geringe Instandhaltungskosten.
Die Papierfabrik Schoellershammer, Heinr. Aug. Schoeller Söhne GmbH & Co. KG, blickt auf eine 230-jährige
Geschichte zurück. Im nordrhein-westfälischen Düren stellt das Familienunternehmen mit einer Papiermaschine, der PM 5, Wellpappenrohpapiere für Verpackungen her. „Aktuell beträgt der Ausstoß unserer PM 5 circa 225 000 Tonnen pro Jahr mit einer Grammatur von 90 bis 170 Gramm pro Quadratmeter“, erläutert Holger Malsbenden, Leiter der Instandhaltung bei Schoellershammer. Aufgrund der wachsenden Nachfrage nach Wellpappe, vor allem nach geringeren Flächengewichten, soll 2016 eine weitere Papiermaschine den Betrieb
aufnehmen.

Schlauchpumpen bei schwierigen
Fördermedien

Großes Gewicht legt Schoellershammer neben der Weiter-
entwicklung der Papieroberflächen auf eine Ressourcen-
schonende Produktion und die ständige Optimierung seiner Produktionsverfahren. Bei diesen übernehmen Pumpen unzählige Förderaufgaben. „Wir setzen mehr als 400 Pumpen für die unterschiedlichsten Aufgaben ein, darunter viele Kolben- und Exzenterschneckenpumpen. Mittlerweile setzen wir aber verstärkt auf Schlauchpumpen. Insbesondere bei anspruchsvollen Aufgaben und schwierigen Fördermedien vereint das peristaltische Prinzip Leistungsfähigkeit mit einfacher Bedienung, langen Wartungsintervallen, minimalem Wartungsaufwand und dementsprechend geringen Instandhaltungskosten.
Darüber hinaus sind Schlauchpumpen im Gegensatz zu vielen anderen Pumpenarten trockenlauffähig und selbstansaugend“, sagt Holger Malsbenden.
Ihre erste Bewährungsprobe konnten Schlauchpumpen an der Farbstation der PM 5 meistern. „Hier wird der Farbstoff für das Testliner-Deckenpapier in die Arbeitsbehälter gefördert“, erklärt Thomas Linnartz, Leiter der Elektrowerkstatt. Dafür kommen insgesamt drei Pumpen zum Einsatz. „Früher benutzten wir Kolbenpumpen. Diese benötigten jedoch spezielle O-Ring-Dichtungen und Rückschlag-Kugelventile, bei denen immer die Gefahr des Verstopfens bestand. Vorsorglich mussten wir praktisch jede Woche die Ventile reinigen – bei drei Pumpen mit jeweils vier Ventilen ein erheblicher Aufwand.“ Auf Anregung des Farbstoff-Lieferanten entschied man sich, für diese Aufgabe Schlauchpumpen zu verwenden.
Heute verrichten drei direkt gekuppelte Schlauchpumpen der Baureihe 521 von Watson-Marlow ihren Dienst an der Farbstation. Diese robuste Industrieschlauchpumpe wurde eigens für den Einsatz unter härtesten Bedingungen entwickelt und eignet sich für Fördermengen von
2,5 Milliliter pro Minute (ml/min) bis 4600 ml/min.
„Durch den Einsatz der Pumpen reduzierte sich die
Arbeitszeit für Wartung und Instandhaltung deutlich“, berichtet Thomas Linnartz. „Denn erstens hat die Pumpe sehr lange Wartungsintervalle und zweitens lässt sich der Schlauch innerhalb kürzester Zeit wechseln.“ Auch von der Leistungsfähigkeit der Pumpen ist man bei Schoellershammer überzeugt: „Wir haben festgestellt, dass es praktisch kein Medium gibt, das die Schlauchpumpe nicht packt.“
Aufgrund der positiven Erfahrungen entschied man sich, Schlauchpumpen von Watson-Marlow auch für andere Aufgaben einzusetzen. So kommt seit einiger Zeit zur Förderung eines niedrig dosierten Entschäumers die innovative Dosierpumpe Qdos zum Einsatz. Bei der Oberflächenveredelung des Wellpappenrohpapiers werden große Mengen Stärke verwendet. Diese wird in einem großen Vorratsbehälter vorgehalten und von dort in die beiden Arbeitsbehälter der Leimpresse – jeweils ein Behälter für die Deck- und die Rückseite – befördert. „Da es dabei zu starker, unerwünschter Schaumbildung kommen würde, müssen wir in der Stärkeanlage einen Entschäumer zudosieren. Insgesamt drei Pumpen fördern das Hilfsmittel sowohl in den Vorrats- als auch direkt
in die beiden Arbeitsbehälter“; erklärt Kevin Dahmen,
als Mess- und Regeltechniker für die Dosierstation zuständig.
Bis vor Kurzem war dies eine Aufgabe für Membrandosierpumpen. Dabei kam es jedoch immer wieder zu Problemen: „Während wir mit der Dosierleistung der Membranpumpen an sich eigentlich zufrieden waren, störte uns der hohe Wartungs- und Instandhaltungsaufwand“, erläutert Kevin Dahmen. „Der Austausch von beschädigten Membranen gestaltete sich jedes Mal sehr zeitaufwendig.“ Da die Membranpumpen auch nicht selbstansaugend waren, musste nach jeder Wartung manuell eine kleine Menge des Entschäumers in den Pumpenkopf eingefüllt werden, was zusätzliche Zeit kostete. Noch gravierender wog jedoch, dass die Membranpumpen mehrere Ventile benötigten, die verstopfen können und den Wartungsaufwand damit erneut erhöhten.

Minutenschneller Wechsel des Pumpenkopfes

Aus diesen Gründen begab man sich bei Schoellershammer auf die Suche nach Alternativen. Fündig wurde man mit der neuen Qdos-Dosierpumpe von Watson-Marlow, die die für diese Aufgabe nötigen Fördermengen von 100 bis 450 ml/min bietet. Da die Qdos, wie alle Schlauchpumpen, selbstansaugend und trockenlaufsicher ist, entfällt das manuelle Einfüllen des Entschäumers nach einer Wartung. Darüber hinaus kommt die Pumpe vollständig ohne zusätzliches Zubehör aus. Verstopfte Rückschlagventile oder verschlissene Dichtungen gehören der Vergangenheit an. Einziges Verschleißteil an der
gesamten Qdos: Der patentierte ReNu-Pumpenkopf von Watson-Marlow, der als komplettes Teil gewechselt werden kann. „Durch den Einsatz der Qdos ist unser
Ersatzteillager für die Dosierstation ganz erheblich geschrumpft“, bestätigt Kevin Dahmen. „Statt Regale voller Ventile, Dichtungen und anderer Teile benötigen wir nur noch ein einziges Ersatzteil, nämlich den Ersatzpumpenkopf für die Qdos-Pumpe. Und im Gegensatz zum Wechsel einer Membran ist der Austausch eines Pumpenkopfes in nur wenigen Minuten möglich.“ Allerdings dürfte der Austausch ein seltenes Ereignis bleiben. Denn alle drei an der Entschäumer-Dosierstation eingesetzten Qdos-Pumpen funktionieren reibungslos mit dem ersten Pumpenkopf – seit circa einem Jahr im Dauereinsatz.
Darüber hinaus überzeugt die Qdos auch durch eine einfache und intuitive Bedienung, unterstützt durch ein 3,5‘‘ TFT-Farbdisplay sowie durch ihre hohe Präzision. Dadurch wird nicht nur eine Überdosierung des Entschäumers
vermieden. Auch häufiges Auslitern ist damit nicht mehr nötig.
Aktuell prüft man bei Schoellershammer den Einsatz
von Schlauchpumpen für weitere Förderaufgaben. „Wir
haben gesehen, dass die Pumpen einfach funktionieren. Und über den gesamten Lebenszyklus führt der Einsatz von Schlauchpumpen durch geringere Wartungs- und
Instandhaltungskosten zu erheblichen Einsparungen“, so Holger Malsbenden.
www.watson-marlow.com/de/