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Neues von der Blueline-Familie

Die Auflösetrommel Intensadrum der Heidenheimer Firma Voith
arbeitet erfolgreich bei Marusumi Paper mit einem um 90 Prozent reduzierten Rejektaustrag. Dank robustem und sparsamem Betrieb verkaufe sich die neue Pulper-Entsorgungsmaschine Intensamaxx gut.

Auflösetrommeln lösen das Altpapier auf und trennen es von groben Fremd- und Schmutzteilen. Bei diesem Vorgang sollen einerseits möglichst wenig Papierfasern und andererseits möglichst viele Störstoffe ausgeschleust werden. Intensadrum, eine neue Auflösetrommel, aus der BlueLine-Familie von Voith, wird seit vergangenem Jahr erfolgreich in der Papierindustrie eingesetzt. Zwei der neuen Auflösetrommeln wurden bei Marusumi Paper in Japan im vergangenen Jahr in Betrieb genommen. Im Vergleich zu den vorherigen Auflösetrommeln erlauben sie es, den Faseranteil im Rejectaustrag um 90 Prozent zu reduzieren. Der Stippengehalt im Gutstoff wurde um beachtliche 35 Prozent verringert. „Wir sind sehr zufrieden mit der Leistung. Einer der Gründe, warum wir uns für IntensaDrum entschieden haben, ist das Fertigungsmaterial. Der Laufring ist aus hochfestem, geschmiedetem Stahl und verschleißt weniger. Wir erwarten deshalb einen dauerhaft stabilen Lauf“, so sagt Toshikazu Ichihara, General Manager Facility & Construction bei Marusumi Paper. Marusumi Paper gehört zu den größten japanischen Papierherstellern. Das Unternehmen produziert hauptsächlich Kopier- und Schreibpapier sowie Zeitungsdruckpapier und Verpackungspapiere.

Intensadrum
Intensadrum wurde entwickelt, um im schonenden Hochstoffdichtebereich aufzulösen. Dies gelingt mit einer innovativen, aber gleichzeitig simplen Technik. Die Auflösetrommel besteht aus einem Auflöse- und einem Sortierbereich. Im ersten Teil heben spezielle Hebeleisten durch Rotation der Trommel die noch extrem dickflüssige Masse an und lassen sie auf den Trommelmantel zurückfallen. Das löst das Altpapier schonend auf, wobei weder die Störstoffe noch die Stickies zerkleinert werden. Direkt vor der Sortierzone erreicht man durch eine innovative Verdünnungswasserzugabe sofort eine sortierfähige Stoffdichte. Somit wird die Sortierfläche effizienter genutzt, und es gehen weniger Fasern verloren. Die gelochten Siebbleche trennen dann Fasern und Störstoffe schonend.
Der Gutstoff fällt durch die Siebbleche in der Gutstoffbütte. Die Störstoffe werden am Ende der Trommel ausgeschleust und weiterverarbeitet. Dank der verschleißfreien Dichtung zwischen Trommel und Einlauftrichter ist diese faktisch wartungsfrei, was weniger Stillstände und geringere Kosten sicherstellt. Die Pulper-Entsorgungsmaschine hat die oft schwierige Aufgabe, in der Stoffaufbereitung all das auszuschleusen, was an sich nicht ins Altpapier gehört, wie beispielsweise Metallteile, Steine oder Kunststoffe.

Kundenstimmen zum Pulper
Gefragt ist hier eine robuste Technik, die den ausgesprochen harten Bedingungen gewachsen ist. Der Intensamaxx hat sich hier im Praxistest bewiesen, mit hohem Durchsatz und geringem Wartungsaufwand. Dr. Marietta Jass-Teichmann, Geschäftsführerin der Papierfabrik Adolf Jass GmbH & Co. KG, Fulda: „Im Mai 2013 haben wir die erste Intensamaxx-Entsorgungsmaschine in Betrieb genommen. Ihre Leistungsfähigkeit ist außerordentlich gut. Deshalb haben wir seit Anfang August auch eine zweite in der Entsorgung eingesetzt.“
Ein exzentrisches und asymmetrisches Gehäuse beugt
der Zopfbildung und Verspinnungen vor, so dass auch ein hoher Störstoffgehalt im Betrieb unproblematisch ist. Ein weiterer Pluspunkt des Systems ist sein niedriger Energieverbrauch. Damit zeigt die Pulper-Entsorgungs-maschine, dass sie dem Anspruch des neuen BlueLine-Portfolios, Ressourcen zu schonen, vollauf gerecht wird.

Integrascreen
Unter dem Produktnamen Integrascreen bietet Voith
einen Maschinentyp mit verbesserter Stoffaufbereitung und Ausschusssortierung. Zwei Pilotanwendungen arbeiten seit mehr als einem Jahr erfolgreich in der Industrie. Von der Grobsortierung über die IC- und Feinsortierung bis zur Endstufe, dem Tail Screening, gibt es jeweils spezielle Maschinentypen, um Störstoffe aus dem Altpapier auszuschleusen. Mit dem IntegraScreen hat das Unternehmen sein Konzept für Sortiermaschinen buchstäblich vom Kopf auf die Füße gestellt: So ist jetzt der Einlauf für die Suspension unten und die Ausleitung für die Rejecte oben. Für alle Anwendungsfälle steht ein Maschinentyp in verschiedenen Größen zur Verfügung.
Hier hat das Unternehmen eine Lösung vorgelegt, bei der der Leichtschmutz zusammen mit dem Reject über dieselbe Rohrleitung ausgeschieden wird. Die Vorteile: Zusätzliche Rohrleitungen, Steuerung, Pumpen und Ventile sind überflüssig. Die Investitionskosten sinken, und der Aufwand für die Instandhaltung dieser Teile entfällt. In der Maschine optimiert ein Konus auf der Gutstoffseite die Strömungsverhältnisse und sorgt für gleichmäßige Druckverhältnisse am Siebkorb. Dadurch optimiert sich die Durchströmgeschwindigkeit und verbessert in der Folge den Wirkungsgrad der Störstoffabscheidung. Die Faserrückgewinnung in der Endstufe steigt, da Verdünnungswasser neuartig dosiert werden kann, und der Faseraustrag sinkt. Der neue Sortierer ist als Baukastensystem entwickelt worden. Angeboten wird ein Maschinengehäuse in mehreren Größen, das mit den jeweils passenden Komponenten bestückt werden kann. Die Verbesserung der Energieeffizienz spielte bei der Entwicklung von IntegraScreen ebenso eine Rolle wie bei allen Maschinen der BlueLine-Familie. Besonders gut schneiden hierbei der Eclipserotor und der Multifoilrotor ab. Beim Eclipse-rotor wurden Energieeinsparungen bis zu 30 Prozent gemessen.

BS
Nachdruck aus Aktuelle Papier-Rundschau Nr. 01/2015