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„Papier ist am flexibelsten“

Unter dem Namen Paperwolf entwirft und vertreibt Wolfram Kampffmeyer Papierskulpturen, hauptsächlich Tiermotive, die aus Bastelbögen zusammengebaut werden können. Papier + Technik stellte ihm einige Fragen dazu.

Sie entwerfen virtuelle 3D-Modelle, aus denen später Bastelbögen für Tierskulpturen aus Papier entstehen. Was ist für Sie der Reiz am Material Papier?

Papier ist am flexibelsten. Man findet es in den verschiedensten Farben und Grammaturen und es lassen sich tolle Formen in relativ kurzer Zeit daraus herstellen. Mit etwas Geschick und einigen Tricks kann man auch mit Papier sehr große Skulpturen bauen, wie ich es zum Beispiel für Messestände oder Museen regelmäßig mache.

Welche Papierqualitäten verwenden Sie?

Mein edelstes Papier stammt aus der Büttenpapierfabrik Gmund am Tegernsee. Ich kaufe es in den Grammaturen 120 – 350g/m², je nach Größe und Komplexität der Skulptur, an der ich gerade arbeite. Die Farbauswahl ist sehr groß. Sehr spannend ist das Gmund-Papier „Stroh“ und „Heu“, das zu 50 Prozent aus Stroh beziehungsweise Gras besteht. Zudem beziehe ich von einigen anderen Papierherstellern Papier, wenn ich noch mehr Farben brauche.

In welchen Größen gibt es die

Skulpturen?

Die kleinsten Skulpturen dürften meine Postkartentiere sein. Auf eine DIN-lang Postkarte passt ein ganzer Bastelbogen und ergibt dann eine 5 – 6 cm große Skulptur (Löwe, Elefant, Schweinchen und Frosch). Die größte bisher gebaute Skulptur war 216 cm hoch, was aber noch nicht das Ende der Fahnenstange sein dürfte.

Sicher ist auch der Bastel-Schwierigkeitsgrad unterschiedliche?

Es ist nicht so sehr der Schwierigkeitsgrad als die aufzubringende Geduld, die meine Tiere unterscheidet. Ich habe Skulpturen, wie zum Beispiel das Kaninchen oder das Tapir, die man in circa zwei Stunden zusammenbauen kann. Und am anderen Ende der Skala Elch und Einhorn, an dem man mindestens 12 Stunden sitzt. Das hängt von dem Detailgrad und der Komplexität des Tieres ab. Je mehr Flächen man kleben muss, desto länger ist man beschäftigt.

Meine beiden ersten Tiere, Pinguin und Schweinchen, die ich nur noch als günstigen digitalen Download anbiete, sind von der Abwicklung her weniger optimal, und auch die Bauanleitung ist noch eher rudimentär und macht den Zusammenbau eher zu einem Puzzle. Mit den Jahren habe ich die Anleitungen immer weiter optimiert.

Gibt es einen Verkaufsschlager?

Ein bisschen ändert sich über die Jahre, welches Tier ein Bestseller ist. Eine Zeitlang waren es das Einhorn und das Erdmännchen. Sehr stabil auf den ersten Plätzen bleibt aber mein Vogelflug in den verschiedenen Ausführungen und der Fuchs, der halb aus der Wand kommt. ■