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Ausstellung in Leipzig: Bahnriss?! Papier | Kultur

Das Deutsche Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig spürt der traditionellen Verknüpfung von Papier und Kultur in der Wechselausstellung „Bahnriss?! Papier| Kultur“ nach.

Seitdem italienische Papiermacher im 13. Jahrhundert Verfahren entwickelt hatten, mit denen aus Hadern in großen Mengen schönes, großformatiges und weißes Papier hergestellt werden konnte, setzte die „Epoche des Papiers“ (Lothar Müller) ein, die zu einer beispiellosen kulturellen Entfaltung führte. Die weiße Kunst der Papiermacher und die schwarze Kunst der Buchdrucker schienen gleichsam füreinander bestimmt. In den vergangenen Jahrhunderten wurde das Papier zum Grundstoff einer Kultur, deren Datenspeicherung textbasiert war. Dank des neuartigen Beschreibstoffs entwickelte sich eine intensive kaufmännische und administrative, künstlerische und literarische Kultur. Mit Papier und Druck verbreiteten sich auch die Fertigkeiten des Lesens, Schreibens, Rechnens und – nicht zu vergessen – des Komponierens, Singens und Musizierens.

Die Ausstellung ist in sieben Themenabschnitte gegliedert: Das frisch restaurierte Modell einer Papiermühle steht am Beginn der Schau. Dann geht es um die zahlreichen Verwendungsszenarien von Papier. Dass das papierne Zeitalter auch das Zeitalter der Auflistung und Verbuchung, der Berechnung und aktenförmiger Entscheidungsprozesse ist, kommt ebenso zur Sprache wie die Einführung des Lochkartenverfahrens, in dem das Papier eine neue Funktion als maschinenlesbarer Datenträger bekommt.

Bahnriss?! Papier | Kultur

Ausstellung des Deutschen Buch- und Schriftmuseums der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig. Geöffnet noch bis
2. Oktober 2016, Dienstag bis Sonntag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr, Feiertage (außer montags) 10–18 Uhr.

Der Eintritt ist frei. ■