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Die hohen Preise für Altpapier machen den Papierherstellern zu schaffen.


11.06.2010 - Ausgabe: 07/2010

Wirtschaftskrise belastet bayerische Papierindustrie Die Wirtschaftskrise hat die bayerische Papierindustrie auch im vergangenen Jahr schwer belastet. „Der stärkste Einbruch der deutschen Wirtschaft seit der Nachkriegszeit hat auch in der Papierindustrie deutliche Spuren hinterlassen. Die Produktion im Freistaat ist im Jahresvergleich im Jahr 2009 um rund 300 000 Tonnen oder 6,6 Prozent auf 4,2 Millionen Tonnen Papier zurückgegangen“, berichtete Heiko Bayerl, der scheidende Vorstandsvorsitzende des Verbandes Bayerischer Papierfabriken e. V., im Rahmen der Jahrestagung in München. Der Produktionsrückgang in Gesamtdeutschland betrage minus 8,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter in Bayern sei mit 7200 – ein Minus von 3,4 Prozent – trotz des Umsatzeinbruches vergleichsweise stabil geblieben. Besonders von der Krise betroffen sei der Bereich der Druck- und Pressepapiere, die rund drei Viertel der bayerischen Papierproduktion ausmachen. Sie verzeichneten mit einem Minus von neun Prozent den höchsten Produktionsrückgang aller Papiersorten. Gegen den Trend behaupten konnten sich dagegen die Spezialpapierhersteller. „Taschentücher, Pflegetücher und Toilettenpapier gingen wie geschnittenes Brot“, berichtete Bayerl. Ein Absatzplus von neun Prozent belege dies eindrucksvoll. Für das Jahr 2010 erwartet Bayerl keine tiefgreifenden Veränderungen. Sorgen bereiten den bayerischen Papierherstellern derzeit die Turbulenzen auf dem Altpapier-Markt. „Altpapier ist unser wichtigster Rohstoff. Bei einer Produktion von rund 4,2 Millionen Tonnen Neupapier in Bayern setzen wir etwa 3,2 Millionen Tonnen Altpapier ein“, so Bayerl. Wegen der starken Auslandsnachfrage sind die Preise für Altpapier innerhalb von 12 Monaten um bis zu 400 Prozent gestiegen und liegen damit heute höher als vor der Wirtschaftskrise. „Es ist umweltpolitischer Nonsens, wenn Altpapier, das hier anfällt, über tausende Kilometer nach China verschifft wird und dann hierzulande fehlt, so dass wir unsererseits Altpapier aus dem Ausland importieren müssen. Hier ist auch die Politik gefragt“, kritisierte Bayerl.



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