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| Ein Click und schon hat man im Internet eingekauft. Aber wie bezahlen? Schließlich besitzt nicht jeder eine Kreditkarte. |
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| 03.09.2010 - Ausgabe: 08/2010 |
Online mit System bezahlen
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Neben Kreditkarte oder Lastschrift bieten immer mehr Internet-Händler an, Produkte mit sogenannten Bezahldiensten zu kaufen. Click & buy, Giropay oder Paypal sind nur einige Möglichkeiten, um online schnell und sicher einzukaufen.
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Im Internet einkaufen spart eine Menge Zeit. Das Bezahlen allerdings macht vielen Käufern Sorgen. Denn erstens hat nicht jeder die häufig geforderte Kreditkarte, zweitens geht es oft um sehr geringe Beträge von nur wenigen Cents und drittens sind im Netz Betrüger unterwegs. Geben Interneteinkäufer die Bankdaten für die Bezahlung per Kreditkarte oder per Lastschrift ein, können diese Daten ausgespäht und von den Abzockern für eigene Einkäufe oder Geldüberweisungen weiterverwertet werden. Wer sich dagegen sichern möchte, kann einen der Bezahldienste nutzen, die im World Wide Web immer beliebter werden.
Kosten trägt in der Regel der Händler
Die haben jedoch auch ihre Haken: Wer Click & buy nutzen möchte, muss sich dort registrieren. Bei der Ebay-Tochter Paypal ist es sogar notwendig, dort ein Konto einzurichten. Natürlich muss man auch dort seine Bankdaten angeben. Aber sie liegen somit nur an einem Platz, und werden nicht auf vielen Seiten im Netz eingegeben. Arbeitet ein Händler mit einem der Bezahldienste zusammen, klickt man nach dem Kauf dessen Logo im Bezahlvorgang an und identifiziert sich meistens mit einem Passwort. Dann bekommt der Internethandel vom Bezahldienst sein Geld, und dieser zieht es von der Kreditkarte oder dem Girokonto des Kunden ein. Die dafür entstehenden Kosten liegen im Regelfall beim Händler, nicht beim Kunden.
Etwas anders läuft der Vorgang bei Giropay: Wer diesen Bezahldienst auswählt, muss das Glück haben, dass die Hausbank ein Kooperationspartner ist. Kunden mit Konto bei der Sparkasse, den Volksbanken Raiffeisenbanken oder der Postbank haben gute Karten. Außerdem ist das System hier anders als bei Paypal oder Click & buy: Nach Eingabe der Bankleitzahl wird der Kunde auf sein Konto umgeleitet. Dort loggt er sich ein, findet einen ausgefüllten Überweisungsbogen, bestätigt ihn mit einer Geheimzahl und kehrt dann zum Online-Händler zurück.
Schneller und bequemer als per Lastschrift
Online-Shopping mit Bezahldienst ist also sicherer, es lassen sich damit Kleinstbeträge von wenigen Cent ohne großen Aufwand bezahlen und es ist schneller und bequemer als Lastschrift, Kreditkarte oder Rechnung. Außerdem: „Einige Anbieter haben sogar eine Treuhandfunktion“, weiß Annabel Oelmann, promovierte Ökonomin und Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Das heißt, dass der Kunde sein Geld zurückbekommt, falls der Händler nicht liefert.“
Also bieten die Bezahlsysteme den Online-Einkäufern nur Vorteile? So scheint es. Doch die Realität sieht anders aus: Nicht jeder Händler arbeitet mit allen Bezahlsystemen zusammen. Das heißt für den Kunden, dass er sich gegebenenfalls bei mehreren dieser Anbieter registrieren müsste. Doch die funktionieren nicht alle nach dem gleichen System. So können beispielsweise die Zeitpunkte, zu denen die Bezahlsystemanbieter die ausstehenden Beträge vom Girokonto des Einkäufers einziehen, ganz unterschiedlich liegen. „Und das hat zur Folge, dass man schnell den Überblick über die eigenen Finanzen verlieren kann“, sagt Finanzexpertin Oelmann. Ihr Tipp ist darum, Kontoauszüge regelmäßig zu überprüfen, und nicht einzukaufen, wenn sich der Stand des Girokontos auf Null zu bewegt.
Welchen Anbieter auswählen?
Allerdings lässt sich kein Bezahldienstanbieter herausfiltern, der mehr überzeugt als ein anderer. „Ein "besser" oder "schlechter" gibt es oft nicht“, sagt Annabel Oelmann. Sie rät Internetkäufern, sich nur für ein System zu entscheiden, das man wirklich versteht. Auch Sicherheits-Siegel oder Zertifizierungen könnten für den Verbraucher nicht mehr als ein Hinweis sein. „Eine Garantie können auch sie nicht geben“, so die Finanzfachfrau. „Siegel und Zertifikate sind letztendlich immer nur so gut wie die Prüfpunkte und die Kontrollen.“ Darum hilft das TÜV-Zertifikat auch dem Anbieter sofortüberweisung.de nicht weiter. Er bekam in den vergangenen Monaten eine schlechte Presse, weil sich die Kunden bei ihm mit Bank-PIN und TAN zur Bezahlung einloggen müssen, Daten, die man auf Seiten Dritter nicht eingeben sollte. sofortüberweisung.de kooperiert jedoch mit sehr vielen Shopbetreibern, darunter so großen Namen wie Conrad Electronic oder der Fluglinie KLM, und ist für diese im Vergleich zur Konkurrenz unschlagbar günstig und dazu auch noch schnell. Das verärgert die Mitstreiter, insbesondere Giropay. Die beiden Kontrahenten stehen jetzt deswegen vor Gericht, Giropay klagt auf unlauteren Wettbewerb.
Übrigens: Wer nur sehr selten im Internet einkauft, braucht auch nicht unbedingt einen Bezahldienst. „Schließlich ist auch beim Bezahlen mit Kreditkarte oder via Lastschrift das Recht auf Seiten des Kunden.“ Wird ihm zu viel oder ein falscher Betrag abgebucht, kann er sein Geld in der Regel zurückholen. „Und abgesehen davon, können Kundendaten auch am Geldautomaten ausgespäht werden“, sagt die Finanzfachfrau.
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