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| „Papiermacher“ und Endkunde: Bernhard Riede, Regional Managing Director der Region Middle bei SCA Tissue Europe und Michelle Wolf (3), Enkelin eines SCA-Mitarbeiters und Softies-Endverbraucherin. |
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| 30.07.2007 - Ausgabe: 07/2007 |
Verblüffende Zahlen
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Warum ist die Altpapiereinsatzquote in Irland in einem Jahr von 109 auf null Prozent gefallen? Wer ist Pro-Kopf-Verbrauchsweltmeister beim Papier? Antworten auf die verschiedensten Fragen gibt der VDP-Leistungsbericht „Papier 2007“.
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Der VDP-Leistungsbericht gibt Antworten und nennt Zahlen, die so manche abwegige Diskussion zum Thema Papier wieder in normale Bahnen leiten können.
Die so genannten „großen Zahlen“ wie Jahresproduktion und Absatz (je 22,6 Millionen Tonnen) oder Umsatz (14 Milliarden Euro) finden ihren Weg leicht in die Medien. Daneben enthält der „Zahlenfriedhof“ jedoch eine ganze Menge Aha-Effekte. Das beginnt mit einem Vergleich der Papierindustrie zu anderen Branchen. So entspricht der Umsatz der Papierindustrie nur rund 0,9 Prozent des Umsatzes des gesamten produzierenden Gewerbes. Im Vergleich zu den 46 500 Unternehmen der gesamten Industrie machen die 185 Unternehmen der Papierindustrie nur 0,04 Prozent aus. Klein aber fein.
Aufschlussreich ist auch die Übersicht über die Größenklassen der Papierfabriken in Deutschland. 26 Prozent der Unternehmen finden sich in der Kategorie bis 10 000 Tonnen Jahresproduktion, weitere 29 Prozent in der Kategorie 10 000 bis 50 000 Tonnen. Über die Hälfte der Papierunternehmen in Deutschland stellen damit das dar, was Ökonomen als „Mittelstandbauch“ bezeichnen. Wie groß die Großen sind, sieht man beim Produktionsvergleich. Die 32 Prozent der Unternehmen, die über 100 000 Tonnen im Jahr produzieren, vereinen rund 90 Prozent der Gesamtproduktion auf sich.
Dass der europäische Markt rund 80 Prozent der 13,4 Millionen Tonnen deutschen Exportpapiers aufnimmt, ist weitgehend bekannt. Darunter fallen sogar 1500 Tonnen Papier nach Malta. Dass aber auch kleine Mengen nach Hongkong (0,1 Prozent) und Indien (0,3 Prozent) geliefert werden, dürfte weitgehend unbekannt sein. Meist handelt es sich dabei um seltene technische Spezialpapiere, die nur in Deutschland zu erhalten sind.
Interessante Zahlen auch beim rechnerischen Pro-Kopf-Verbrauch. Auch wenn Umweltgruppen mit diesem Wert gerne ein schlechtes Gewissen beim Einzelnen erzeugen, gibt diese Größe nicht den tatsächlichen privaten Papierkonsum der Bundesbürger wider. Der Verbrauch ergibt sich aus der Rechnung: Produktion minus Export plus Import dividiert durch die Bevölkerungszahl. Alles, was vom Privatkonsumenten, aber auch in Industrie, Handel und Verwaltung an Papier, Karton und Pappe verbraucht wird, schlägt sich in dieser Zahl nieder. 2006 waren es immerhin 253 Kilogramm pro Kopf. Papier, Karton und Pappe, die einen hohen Bildungs- und Informationsstand sicherstellen, als recyclierbares Material dem Schutz und die Verpackung einer Vielzahl von Gütern gewährleisten, vielfältige technische Spezialaufgaben lösen und nicht zuletzt unserer Hygiene und Gesundheit dienen. In den kargen Jahren der Nachkriegszeit sah das anders aus. Der Rückblick des Leistungsberichts auf das Jahr 1950 weist einen Pro-Kopf-Verbrauch von lediglich 32 Kilogramm aus. Damals wurden in Deutschland 1,5 Millionen Tonnen Papier hergestellt. Spitzenreiter mit 301 Kilo sind heute die USA, während Indonesien mit 22 Kilo Pro Kopf Eigenverbrauch das letzte messbare Schlusslicht bildet.
Weltmeister beim Altpapiereinsatz
Für Diskussionsstoff sorgt immer auch die Rohstoffseite des Papiers. Mit fast 15,3 Millionen Tonnen in der Produktion eingesetztem Altpapier sind wir vor dem Hintergrund unserer breiten Produktpalette Weltmeister. Das entspricht einer Einsatzquote von 67 Prozent. Für 100 Tonnen Neupapier werden in Deutschland im Schnitt 67 Tonnen Altpapier eingesetzt. Andere Staaten mit nur wenigen – dann meist Altpapier einsetzenden – Papierfabriken können diesen Wert rein rechnerisch schlagen. Beispiel Irland: Dort hatte 2005 die einzige Kartonfabrik des Landes geschlossen. Das Ergebnis: Die Altpapiereinsatzquote fiel binnen eines Jahres von 109 Prozent auf null.
Überraschung auch beim Zellstoff. Den 1,5 Millionen Tonnen im Inland produzierten Zellstoffs stehen rund vier Millionen Tonnen Importzellstoff gegenüber. Direkt hinter dem Hauptlieferanten Finnland mit 1,1 Millionen Tonnen Zellstoff, halb Kurz- und halb Langfaser, liegt mittlerweile Brasilien mit rund 840 000 Tonnen Eukalyptuszellstoff. Schweden folgt erst mit 712 000 und Kanada mit 394 000 Tonnen.
Bleibt zur Betrachtung noch die derzeit heiß diskutierte Energiefrage. Hier zeigt der historische Rückblick Beruhigendes. Der spezifische Energieeinsatz zur Herstellung von Papier, Karton und Pappe konnte seit 1955 auf gut ein Viertel des damaligen Wertes reduziert werden. Auch der spezifische CO2-Ausstoß wurde reduziert: seit der ersten branchenweiten Abschätzung 1995 um 28 Prozent. Dass angesichts des dynamischen Mengenwachstums der Branche der Gesamtenergieeinsatz trotz ständig steigender Energieeffizienz immer noch leicht zunimmt, ist nachvollziehbar. Gas liegt als Energieträger noch vor Strom. Und der kommt zu einem nicht unerheblichen Teil aus Papierindustrie eigenen Kraftwerken. 12,6 Millionen Megawattstunden fremdbezogenen Stroms standen im vergangenen Jahr 5,1 Millionen Megawattstunden selbst erzeugten Stroms gegenüber – knapp 30 Prozent. des eigenen Strombedarfs.
Zum Leistungsbericht: Weil das nur in kleiner Auflage für Mitgliedsunternehmen und Multiplikatoren in Wirtschaft, Politik und Medien gefertigte Zahlenwerk ein wichtiger Werbeträger ist, wird das buchdicke Werk immer aus über einem Dutzend verschiedener Papiere und Kartons gestaltet. Zur Auflockerung finden sich darin seit 2005 Bilder von „Papiermachern“ und ihren Geschäftspartnern beziehungsweise Endkunden wieder. Beides steht für die Güte des Produkts – Papier.
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